Auch Sie können an einer klinischen Studie teilnehmen

Was genau ist eine klinische Studie?

Eine klinische Studie ist ein medizinisches Forschungsvorhaben, an dem Patient:innen oder gesunde Freiwillige teilnehmen.

Bevor ein neues Medikament an Menschen getestet wird, wird es sehr gründlich im Labor untersucht. Wenn ein Medikament vielversprechend aussieht, wird es in klinischen Studien an Menschen getestet. So finden wir heraus, ob es sicher ist und wirklich hilft.

Unsere Vision:

Wir möchten, dass unsere klinischen Studien die Vielfalt der Menschen widerspiegeln und allen die Teilhabe ermöglichen.

Was meinen wir mit “Vielfalt” und “Teilhabe”?

  • Vielfalt: Wir wollen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Eigenschaften einbeziehen. Dazu gehören z. B. Geschlecht, sexuelle Orientierung, Herkunft, Alter, soziale Lage oder Behinderungen.
  • Teilhabe: Wir wollen die Rahmenbedingungen klinischer Studien so gestalten, dass Sie sich willkommen, respektiert und unterstützt fühlen. 

Mit Ihrer Teilnahme helfen Sie, eine bessere Gesundheitsversorgung für sich und andere Menschen zu erreichen.

Wir wollen Ihnen die Angst vor klinischen Studien nehmen. Deshalb räumen wir mit einigen Vorurteilen auf.

Haben Sie das schon mal gehört?

Vorurteil 1

Als Studienteilnehmer:in bin ich ein menschliches Versuchskaninchen

Das stimmt nicht!

Im Gegensatz zum Kaninchen ist Ihre Teilnahme freiwillig. Vor Ihrer Teilnahme erhalten Sie im Rahmen der „Patienteninformation und Einwilligungserklärung” ausführliche Informationen über die Studie. Wir erklären Ihnen, worum es geht, wie lange die Studie dauert, welche Behandlungen es gibt, welche Untersuchungen gemacht werden, welche Risiken es geben könnte und was die Vorteile sein könnten. Sie erfahren auch, wie Ihre Daten geschützt werden und welche Rechte Sie haben. Während der Studie halten wir Sie immer auf dem Laufenden, wenn es etwas Neues gibt, und Sie können jederzeit neu entscheiden, ob Sie weiter teilnehmen möchten.

Jede klinische Studie folgt einem genauen Plan, der "Prüfplan" genannt wird. Dieser Plan soll Sie und alle anderen Teilnehmenden schützen und ganz bestimmte Fragen beantworten.

Auch wenn Forschende keine positiven Ergebnisse garantieren können, hat Ihre Sicherheit immer oberste Priorität.

Außerdem gibt es staatliche und internationale Vorschriften, die sicherstellen, dass strenge wissenschaftliche und ethische Richtlinien eingehalten werden. Jede klinische Studie wird vor Beginn in einem in Europa einheitlich geregelten Verfahren durch die jeweils zuständige Bundesoberbehörde genehmigt. Diese bewertet den Prüfplan und die wissenschaftliche Gültigkeit. Ein als Ethikkommission bezeichnetes Gremium, das sich aus Ärzt:innen, Wissenschaftler:innen und ganz normalen Leuten zusammensetzt, überprüft außerdem die klinische Studie vor Beginn und bei Änderungen während der Durchführung, um sicherzustellen, dass sie ethisch unbedenklich ist und der Schutz der teilnehmenden Patient:innen gewährleistet ist. Des Weiteren verfolgt die jeweils zuständige Landesbehörde die Durchführung, um die Einhaltung von Vorschriften und die Sicherheit der Teilnehmenden sicherzustellen.

Vorurteil 2

In jeder klinischen Studie wird ein Placebo (ein Scheinmedikament ohne Wirkstoff) als Vergleich verwendet und wenn ich Pech habe, werde ich gar nicht behandelt

Das stimmt nicht!

In klinischen Studien kann ein neues Medikament mit einem bereits verfügbaren Medikament, einem Placebo oder gar keiner Behandlung verglichen werden.

Was genau verglichen wird, hängt von der Art der Studie ab. Die Gruppe, die nicht das neue Medikament bekommt, nennt man „Kontrollgruppe". Sie hilft uns, herauszufinden, ob das neue Medikament wirklich besser ist als das, was es schon gibt.

Wenn es sein könnte, dass Sie ein Placebo bekommen, werden Sie vorher darauf hingewiesen. Bei schweren Krankheiten, wie Krebs, bekommen die Teilnehmer:innen immer mindestens die Behandlung, die es schon gibt. Ein Placebo wird nur dann angewendet, wenn es noch keine Behandlung für die Krankheit gibt.

Vorurteil 3

Wenn ich bei einer klinischen Studie mitmache, habe ich keine Kontrolle über meine Daten

Das stimmt nicht!

Ihre Privatsphäre und die verantwortungsvolle Weitergabe von Daten sind uns sehr wichtig. Alle klinischen Studien in Deutschland halten sich an die Datenschutzgesetze.

Der Austausch von Daten hilft Ärzt:innen und Forschenden, bessere Behandlungsentscheidungen zu treffen. Die erhobenen medizinischen Informationen werden von den persönlichen Daten (wie dem Namen), anhand derer Sie identifiziert werden können, getrennt. Bevor Sie an der Studie teilnehmen, erklären wir Ihnen genau, welche Daten wir sammeln, wie wir sie verwenden und wie wir sie schützen.

Vorurteil 4

Ein Medikament wirkt bei jedem Menschen gleich

Das stimmt nicht!

Weil jeder Mensch einzigartig ist, jede Krankheit anders verläuft und Medikamente bei jedem anders wirken, ist es sehr wichtig, dass an klinischen Studien viele verschiedene Menschen teilnehmen. Diese Menschen sollten die Vielfalt der Patient:innen widerspiegeln, zum Beispiel in Bezug auf Herkunft, Geschlecht oder Alter. Leider sind bestimmte Gruppen in solchen Studien oft nicht ausreichend vertreten. Deshalb ist es so wichtig, dass Sie teilnehmen, wenn Sie die Möglichkeit dazu haben.

Der Flyer für Sie zum Download:

Was ist klinische Forschung?

In der klinischen Forschung arbeiten Wissenschaftler:innen und medizinische Fachkräfte gemeinsam mit freiwillige Teilnehmenden auf ein Ziel hin: bessere Therapieergebnisse für Patient:innen. Klinische Studien sind ein wesentlicher Bestandteil dieses Prozesses. Sie sind streng reguliert und basieren auf behördlich genehmigten Studienprotokollen.

Erfahren Sie mehr