Eine Studie zur Untersuchung der Auswirkungen einer Behandlung mit Emicizumab auf die allgemeine Gesundheit, körperliche Aktivität und Gelenkgesundheit bei Personen mit mittelschwerer oder schwerer Hämophilie A ohne Faktor-8-Hemmkörper
A Study to Evaluate Overall Health, Physical Activity, and Joint Outcomes in Participants With Severe or Moderate Hemophilia A Without Factor VIII Inhibitors on Emicizumab Prophylaxis
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Hämophilie -
Hämophilie A -
moderate Hämophilie A -
Schwere Hämophilie A
Basisinformationen
1. Warum ist diese Studie erforderlich?
Hämophilie A ist eine Erkrankung, bei der das Blut nicht so gerinnt, wie es sollte. Menschen mit Hämophilie A haben nicht genug von einem bestimmten Protein, dem sogenannten „Faktor 8“ (manchmal auch „FVIII“ geschrieben). Dies führt dazu, dass sie nach einer Schnittwunde oder einer Verletzung länger bluten. Patienten mit Hämophilie können auch ohne eindeutige Ursache Blutungen in ihren Gelenken (z. B. Knie, Ellenbogen, Knöchel), Muskeln und anderem Weichgewebe (z. B. Haut oder Fett) haben, und sie können Schwierigkeiten bei körperlichen Aktivitäten haben. Die Vorbeugung einer Gelenkblutung und die Erhaltung einer guten Gelenkgesundheit sind wichtige Ziele in der Behandlung der Hämophilie.
Behandlungen der Hämophilie A konzentrierten sich darauf, das fehlende Faktor-8-Protein bereitzustellen, um die Blutgerinnung nach einer Schnittwunde oder einer Verletzung zu unterstützen und die mit der Erkrankung verbundenen Blutungen zu verhindern oder zu verringern. Bedarfsgerechte und regelmäßige Faktor-8-Ersatztherapien werden zur Behandlung und Vorbeugung von Blutungen angewendet. Sie müssen jedoch direkt in eine Vene verabreicht werden. Außerdem kann die natürliche Abwehr des Körpers (das Immunsystem) Antikörper entwickeln, die die Wirkung der Therapie unterbinden (sog. „Faktor-8-Hemmkörper“).
In dieser Studie wird ein Medikament namens Emicizumab untersucht. Es kann ein-, zwei- oder viermal pro Monat als Injektion unter die Haut verabreicht werden. Emicizumab ist von Gesundheitsbehörden (wie der US-amerikanischen Zulassungsbehörde und der Europäischen Arzneimittel-Agentur) zur Behandlung von Hämophilie A bei Personen mit oder ohne Faktor-8-Hemmkörper und in jedem Alter zugelassen. Es wird zur Vorbeugung oder Verringerung der Anzahl von Blutungsepisoden angewendet.
Ziel dieser Studie ist es, ein besseres Verständnis für den Nutzen von Emicizumab über die Kontrolle von Blutungen hinaus zu erlangen, wobei der Schwerpunkt auf der Gelenkgesundheit, der allgemeinen Gesundheit und der körperlichen Aktivität bei Personen mit Hämophilie A liegt.
2. Wer kann an der Studie teilnehmen?
An der Studie können Personen im Alter von 13 bis 69 Jahren mit mittelschwerer oder schwerer Hämophilie A (mit einem Faktor-8-Protein-Spiegel, der 5 % oder weniger des normalen Spiegels beträgt) teilnehmen, wenn sie bereits eine Faktor-8-Behandlung zur Vorbeugung von Blutungen erhalten und keine Faktor-8-Hemmkörper haben.
Personen können möglicherweise nicht an dieser Studie teilnehmen, wenn sie zuvor Emicizumab erhalten haben oder bestimmte Erkrankungen haben, einschließlich anderer Blutgerinnungsstörungen oder Gelenkerkrankungen. Schwangere oder stillende Patientinnen dürfen nicht teilnehmen.
3. Wie läuft diese Studie ab?
Die Personen nehmen an einer Voruntersuchung teil, in der überprüft wird, ob eine Teilnahme an der Studie für sie infrage kommt. Voruntersuchung findet ab einem Monat vor Behandlungsbeginn statt.
Im ersten Monat der Studie wird Emicizumab jedem Teilnehmer einmal wöchentlich als Injektion unter die Haut verabreicht. Anschließend entscheiden die Teilnehmer und der Prüfarzt gemeinsam, wie oft Emicizumab bis zu drei Jahre lang verabreicht wird – jede Woche, alle zwei oder alle vier Wochen. Niedrigere Dosen Emicizumab werden häufiger verabreicht als höhere Monatsdosen, sodass jeder die gleiche Gesamtdosis von Emicizumab pro Monat erhält. Die Teilnehmer können gemeinsam mit ihrem Prüfarzt entscheiden, die Häufigkeit der Injektionen während der Studie zu ändern. Die Teilnehmer oder ihre Betreuungspersonen werden in der Verabreichung der Emicizumab Injektionen geschult, sodass sie zu Hause verabreicht werden können. Um das Blutungsrisiko zu verringern, bevor Emicizumab einen angemessenen Blutspiegel erreicht, können die Teilnehmer ihre reguläre Faktor-8-Behandlung fortsetzen, bis die zweite Dosis Emicizumab verabreicht wird.
Diese Studie ist eine offene Studie. Das bedeutet, dass alle Beteiligten, einschließlich des Teilnehmers und des Prüfarztes, wissen, welche Studienbehandlung dem Teilnehmer verabreicht wird.
In dieser Studie werden die Teilnehmer alle drei bis sechs Monate Termine beim Prüfarzt wahrnehmen. Der Prüfarzt beurteilt die Wirksamkeit der Behandlung und prüft, ob bei den Teilnehmern Nebenwirkungen auftreten. Die Teilnehmer haben möglicherweise sechs Monate nach Abschluss der Studienbehandlung einen Nachbeobachtungstermin oder einen Telefon-/Videoanruf, bei dem der Prüfarzt das Wohlbefinden der Teilnehmer überprüft. Die Gesamtdauer der Studienteilnahme wird etwa drei Jahre betragen. Die Teilnehmer haben das Recht, die Studienbehandlung auf eigenen Wunsch hin jederzeit abzusetzen und die Studie zu verlassen. Den Teilnehmern kann gemäß den nationalen Bestimmungen für bis zu zwei Jahre nach Abschluss der Studie Zugang zur Behandlung mit Emicizumab gewährt werden.
4. Welche wichtigen Ergebnisse soll diese Studie liefern?
Die wichtigsten Ergebnisse, die in der Studie gemessen werden, um zu beurteilen, wie gut das Medikament gewirkt hat, sind:
- Gelenkgesundheit, gemessen anhand des Haemophilia Joint Health Score (HJHS) und Ultraschall-Aufnahmen während der Studie sowie Magnetresonanztomografie(MRT)-Aufnahmen vor und nach drei Jahren Behandlung
- Anzahl der Gelenke mit Schmerzen und/oder eingeschränkter Beweglichkeit aufgrund von Hämophilie A
- Anzahl der Gelenke mit drei oder mehr Blutungen in den letzten sechs Monaten
- Anzahl der Blutungen
- Wie sich die Gesundheit, die Symptome der Hämophilie A und die Behandlung einer Person auf deren Alltag, Aktivitäten, Funktionsfähigkeit und Lebensfreude auswirken
- Veränderungen der körperlichen Aktivität
- Ob die Teilnehmer Emicizumab oder ihre vorherige Faktor-8-Behandlung bevorzugen
Weitere wichtige Studienergebnisse umfassen die Anzahl und Schwere unerwünschter Wirkungen und wie sich Emicizumab auf das Immunsystem auswirkt.
5. Ist die Teilnahme an der Studie mit Risiken oder Nutzen verbunden?
Die Teilnahme an der Studie kann dazu führen, dass es den Prüfungsteilnehmern besser geht. Das muss aber nicht der Fall sein. Die im Rahmen der Studie erhobenen Daten können jedoch in Zukunft anderen Personen mit ähnlichen Erkrankungen helfen.
Zum Zeitpunkt der Durchführung der Studie ist möglicherweise nicht vollumfänglich bekannt, wie sicher und wirksam die Studienbehandlung ist. Klinische Studien bergen Risiken für die Teilnehmenden. Diese Risiken sind in der Regel nicht größer als die Risiken im Zusammenhang mit der routinemäßigen medizinischen Versorgung oder dem natürlichen Fortschreiten der Erkrankung. Personen, die an einer Teilnahme interessiert sind, werden über die Risiken und den Nutzen sowie über alle zusätzlichen Maßnahmen oder Untersuchungen, denen sie sich möglicherweise unterziehen müssen, informiert. Alle Einzelheiten der Studie werden in der Patienteninformation und Einwilligungserklärung beschrieben. Dazu gehören auch Informationen über mögliche Wirkungen sowie andere Behandlungsmöglichkeiten.
Risiken im Zusammenhang mit Emicizumab
Bei den Teilnehmern können durch das in dieser Studie verabreichte Medikament Nebenwirkungen auftreten. Diese unerwünschten Wirkungen können leicht bis schwer und sogar lebensbedrohlich sein und von Person zu Person unterschiedlich ausfallen. Während dieser Studie werden die Teilnehmer regelmäßig auf unerwünschte Wirkungen hin untersucht.
Die Teilnehmer werden über die bekannten Nebenwirkungen von Emicizumab sowie über mögliche Nebenwirkungen informiert, die sich aus Human- und Laborstudien oder Kenntnissen über ähnliche Medikamente ergeben. Bekannte unerwünschte Wirkungen sind Schmerzen oder Beschwerden im Kopf, Gelenkschmerzen und eine Hautreaktion an der Einstichstelle der Nadel zur Verabreichung einer Behandlung.
Emicizumab wird als Injektion unter die Haut verabreicht. Bekannte unerwünschte Wirkungen sind Rötung, Schwellung oder Hautausschlag an der Einstichstelle der Nadel zur Verabreichung einer Behandlung.
Das/Die Prüfpräparat(e) kann/können ein ungeborenes Kind schädigen. Frauen müssen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen und verhindern, dass ein ungeborenes Kind der Studienbehandlung ausgesetzt wird.
Diese Seite fasst Informationen von öffentlichen Studienregister-Websites wie ClinicalTrials.gov, EuClinicalTrials.eu, ISRCTN.com usw. zusammen. Weitere Informationen zu dieser Studie finden Sie auf der Registerkarte „Für medizinische Fachkräfte" oder auf einer der Studienregister-Websites.
Die Informationen stammen direkt von Websites öffentlicher Register wie ClinicalTrials.gov, EuClinicalTrials.eu, ISRCTN.com usw. und wurden nicht modifiziert.
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